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MAX KLINGER und das "Kunstwerk der Zukunft"

06.10.2020 10:00

MAX KLINGER und das "Kunstwerk der Zukunft"

 

 

 

MAX KLINGER und das Kunstwerk der Zukunft  

 

Bonn
Kunst- und Ausstellungshalle der Bunderepublik Deutschland
16. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021

 

 

 

Zu seinem 100. Todestag widmet die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig Max Klinger (Leipzig 18.2.1857 - 5.7.1920 Großjena), dem prominentesten Vertreter des deutschen Symbolismus und eine der umstrittensten Künstlerpersönlichkeiten um 1900, eine umfangreiche Schau. Das Œuvre des vielseitigen Künstlers umfaßt Gemälde, Skulpturen sowie ein reiches graphisches Werk, wobei Klinger im Sinne des Gedankens vom Gesamtkunstwerk die Überwindung der Gattungsgrenzen von Malerei, Plastik, Graphik, Architektur und Musik zu einer harmonischen Einheit anstrebte.

 

Seine Gemälde und Skulpturen zeigen eine Auseinandersetzung mit Bildmotiven und Themen jenseits der akademischen Tradition. In der Darstellung des nackten menschlichen Körpers sah er die höchste Aufgabe der Kunst. Dabei plädierte er für eine Aktdarstellungen ohne Idealisierung oder Legitimation durch allegorische oder mythologische Sinngehalte und trug damit entscheidend zur Formulierung eines modernen Menschenbildes in der Kunst bei.

 

Auf dem Gebiet der Druckgraphik, vom Künstler selbst als „Griffelkunst“ bezeichnet, entwickelte er in technischer Brillanz und vornehmlich in zyklischer Erzählweise rätselhafte und phantastische Bildwelten, die ihm früh große Bewunderung einbrachten. Seine abgründigen Darstellungen wurden wegweisend für andere Künstler wie etwa Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Edvard Munch und Giorgio de Chirico.

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung, die rund 200 Werke aus allen Schaffensbereichen Klingers umfaßt, steht die 1902 vollendete monumentale, polylithe Beethoven-Skulptur, für die Klinger unterschiedlich farbigen Marmor, Alabaster, Bronze, Elfenbein und Bernstein verarbeitete. Das Werk wurde noch im selben Jahr in der Wiener Secession zusammen mit dem Beethoven-Fries von Gustav Klimt als Zentrum einer dem Komponisten gewidmeten Ausstellung gezeigt.

 

LETTER Stiftung unterstützt die Ausstellung mit zahlreichen Leihgaben, darunter mehrere Blätter aus den graphischen Zyklen Ein Leben (Opus VIII) und der Brahmsphantasie (Opus XII) sowie vier Publikationen der langjährigen Lebensgefährtin Elsa Asenijeff. Ergänzt wir dies um die Mappe Epithalamia, 15 Heliogravüren von Max Klinger zu einem Text von Elsa Asenijeff.

 

Weitere Informationen zur Ausstellung, dem Ausstellungsbesuch sowie dem Begleitprogramm finden sich auf der Seite der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

 

Abb.:
Max Klinger (1857 - 1920)
Evocation
Nr. 19 auf Blatt 9 aus dem Zyklus Brahmsphantasie
1890 (Platte), 1894 (Erscheinungsjahr der Mappe)
29,3 X 35,8 cm (Platte) / 36,9 x 43,9 cm (Blatt)
Radierung, Schabkunst und Kupferstich mit Aquatinta
Inv.-Nr. 318.1987.19

 

 

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